ein alter bekannter

Es ist ja doch noch da.

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Eigentlich dachte ich ja, ich wäre es los, es wäre verschwunden und würde so schnell nicht wieder kommen.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich mir das wirklich geglaubt habe.

Zumindest aber war ich mir sicher, ich hätte es ordentlich aufgeräumt, gut eingepackt, und es in irgendeiner Ecke wegversteckt.

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Unvorbereitet und überraschend. Jetzt trifft es mich dafür um so mehr.

Das Gefühl und die Einsicht.

Die Einsicht, dass es wohl nie ganz verschwunden war und meine Naivität, die mich das glauben lassen hat. Viel mehr wünschen lassen hat.

Das Gefühl von sprachloser, herzpochender Hilflosigkeit und lähmender Verzweiflung, das man mit niemandem teilen kann.

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Aufs Einschlafen warten.

Langsam. Vielleicht.

Seit fast zwei Jahren habe ich keien Fotos mehr gemacht.

Als sich damals die Ereignisse überschlagen haben, habe ich vieles verloren, auch die Gefühle, die ich sonst durch und in Fotos verarbeitet habe. Nichts auf der Welt hätte  die ungeheurere Sprachlosigkeit und Leere  ausdrücken oder darstellen können. Lieber schweigen als wieder und wieder am Versuch sich auszudrücken zu wollen kläglich zu scheitern.

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Versuche sind gescheitert.

Aufmunternde Worte haben nicht geholfen.

Der Kauf einer neuen und besseren Kamera hat nichts genutzt.

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Diese Woche habe ich dann doch noch einen Versuch gewagt.

Langsam.

Vielleicht.


heute ist anders

Die Leute lügen, wenn sie sagen, nichts sei so stark wie die Liebe.

Das ist eine der größten und gemeinsten Lügen überhaupt. Liebe ist nicht stark. Sie ist so verletzlich wie nur irgendwas. Und wenn wir nicht achtgeben, dann zerbricht sie wie Glas.

(-Arakdien brennt)

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Das hätte ich noch vor ein paar Monanten genau so gesagt. Die Hand für die Wahrheit dieser Aussage ins Feuer gelegt.

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Aber heute ist alles anders.

Die Tage … und die Nächte auch.

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andermal

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Ich bin lieber munter, wenn es draußen dunkel ist.

Ich schlafe wenn es taghell ist.

Ich denke rückwärts, fühle gleichzeitig und dreh mich im Kreis.

Ich dusche so heiß, dass es auf der Haut brennt.

Draußen mag ich es so kalt, dass ich friere.

Trage Gefühle herum die aber nicht raus dürfen um sich auszutoben.

Raus dürfen sie nur nach Zeitplan und wenn ich mir selbst erlaube schwach zu sein.

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Die Tage sollen anders werden.

Andermal.

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Kleines Solo

Einsam bist du sehr alleine.
Aus der Wanduhr tropft die Zeit.
Stehst am Fenster. Starrst auf Steine.
Träumst von Liebe. Glaubst an keine.
Kennst das Leben. Weißt Bescheid.
Einsam bist du sehr alleine –
und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.

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Wünsche gehen auf die Freite.
Glück ist ein verhexter Ort.
Kommt dir nahe. Weicht zur Seite.
Sucht vor Suchenden das Weite.

Ist nie hier. Ist immer dort.
Stehst am Fenster. Starrst auf Steine.
Sehnsucht krallt sich in dein Kleid.
Einsam bist du sehr alleine –
und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.

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Schenkst dich hin. Mit Haut und Haaren.
Magst nicht bleiben, wer du bist.
Liebe treibt die Welt zu Paaren.
Wirst getrieben. Mußt erfahren,
daß es nicht die Liebe ist …
Bist sogar im Kuß alleine.
Aus der Wanduhr tropft die Zeit.
Gehst ans Fenster. Starrst auf Steine.
Brauchtest Liebe. Findest keine.
Träumst vom Glück. Und lebst im Leid.
Einsam bist du sehr alleine –
und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.

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Erich Kästner

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Ich bin ein Gedicht-Mensch… ich mag, wie die Worte eines guten Gedichtes zu einem Gesamtkonstrukt verschmelzen und nach dem Lesen ein Gefühl hinterlassen.

the little things

Ich würde ja gerne.

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Was tolles bloggen. Was wichtiges und etwas von Bedeutung.

Ich will diesen Blog aber nicht mit belanglosem Inhalt vollstopfen. Von dieser Sorte gibt es genug andere.

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Oder will ich das eben doch?

Einfach erzählen was ich gestern gemacht habe? Und worüber ich nachgedacht habe oder was und welche Menschen mich im Moment beschäftigen und warum? Manchmal würde ich das gerne. Aber ganz schnell habe ich dann das Gefühl „das könnte zu weit gehen“… das sollte ich wirklich lieber meinem Tagebuch anvertrauen. Ganz oldschool. Das Internet weiß schon genug über mich, ich muss ihm (… und Google …) ja nicht noch den Rest meiner Seele verfüttern.

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Ich weiß nicht ob ich wirklich jemals zu einem regelmäßigen Blogger werde. Ein Vorsatz wie „dieses Jahr werde ich wieder mehr bloggen“ ist unsinnig und lässt sich für mich nicht wirklich umsetzten, da ich nicht schreibe, um irgendetwas geschrieben zu haben, Seiten mit bedeutungsleeren Buchstaben zu füllen, sondern weil mir danach ist etwas zu schrieben.

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Vielleicht wird es in nächster Zeit doch etwas frequentierter.

Mir ist klar, dass ich keine weltverändernd bewegenden Ideen haben muss und keine hochphilosophischen und literarisch anspruchsvollen Texte ausarbeiten muss, um etwas für mich selbst wichtiges, von Bedeutung, zu verfassen.

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Es sind nämlich auch die kleinen Dinge die etwas bewegen.

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„Sometimes when I consider what tremendous consequences come from little things. I am tempted to think there are no little things. „

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nachtflug

Eigentlich will ich so viel sagen, ich will so viel schreiben, schreien oder auch flüstern aber die Worte gehen irgendwo in mir verloren.

Oder verhallen in der  unüberhörbaren  Stille die zwischen uns steht.

Ich wollte weinen und von meinen Zweifeln erzählen, damit mir jemand sagen kann, dass ich mir keine Gedanken  machen muss, dass alles doch total unbegründet ist.

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Ich vertagträume die Stunden und durchgrüble die Nächte.

Suche Synonyme für das Wort „apathisch“:

(gleichgültig, interesselos, lethargisch, träge, unbeteiligt, abgestumpft, dumpf, stumpf, tatenlos, indifferent, leidenschaftslos, passiv, phlegmatisch, unbewegt, unempfindlich)

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Buchstaben sind nicht von Dauer.

Das Durchstreichen tintenfrischer, nichtssagender Worte und leerer Sätze hinterlässt einen unbefriedigenden, leicht verzweifelten Nachgeschmack von Verärgerung.