Dinge

Man kauft Dinge und hält sie sauber. Man behandelt sie pfleglich und steckt sie in eine extra Tasche, in der sie nicht von Münzen und Schlüsseln verkratzt werden. Und auch getrennt von anderen Dingen, auf die man Acht geben muss, damit sie sauber bleiben.  Irgendwann bekommen die Dinge aber ihren ersten Kratzer. Und noch einen Kratzer. Und wieder.  Und wieder.  Und wieder. Und wieder. Und wieder. Und wieder.

Bald interessiert es einen aber nicht mehr.

Man behält sie nicht mehr in einer extra Tasche sondern schmeißt sie mit allen möglichen anderen Dingen zusammen. Die Form geht verloren und die Dinge werden nur noch Funktion.

 

Menschen sind genauso.

Man trifft neue Menschen und behandelt sie pfleglich, geht mit ihnen sorgsam um. In einer extra Tasche. Irgendwann fängt man aber an sie zu verkratzen, nicht mal Absichtlich. Manchmal lässt man sie einfach versehentlich fallen und vergisst in welche Tasche man sie eigentlich gesteckt hat. Nach dem ersten Kratzer geht es nur noch bergab. Man achtet nicht mehr auf die Form und die Menschen werden nur noch Funktion. Sie werden zu einem Zweck, Ziel und einer Absicht. Nur noch das Wesentliche, der Kern, bleibt übrig.

Oder sie gehen verloren.

 

Werden ersetzt.

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7 Antworten zu “Dinge

  1. Pingback: Dinge « nobody’s wife

    • hattest du mich hier schon aufgegeben? …
      mir war irgendwie nicht so danach.. und konnte auch nicht die richtigen worte finden..

      wollte nicht, dass das deshalb alles so gezwungen ist..

  2. „Nach dem ersten Kratzer geht es nur noch bergab.“ Du erzählst von verlorener Liebe. Aber deine apokalyptische Variante ist keine Zwangsläufigkeit. Natürlich gibt es einen Punkt, ab dem nichts mehr zu retten ist. Es gibt aber davor noch viele Punkte, etwas zu ändern. Die Kunst ist die zu erkennen, wann eine Beziehung kein rosaroter Selbstläufer mehr ist, sondern wirklich Arbeit erfordert. Arbeit, die aber der Mühe wert sein kann. Möchte keinen falschen Eindruck erwecken, bin nicht überglücklich in einer Beziehung, aber diese negative Endgültigkeit ist soo nicht in Ordnung.

    • Ich glaube, man kann das Thema schlecht festmachen. Bei mir war der Anlass, oder eher der Grundgedanke eher „Freundschaften“, aber man kann das natürlich genauso unter einem anderen Gesichtspunkt sehen, z.B. auch bestimmt „verlorene Liebe“.

      Ich stimme dir zu, dass Beziehungen und Freundschaften einge gewisse Art von „Arbeit“ benötigen, damit sie nicht stagnieren oder einseitig werden.

      Aber was, wenn man Arbeit in eine Freundschaft gesteckt hat, aber die Menschen einen dann doch sitzen lassen? Oder vergessen.
      Oder einen nur noch aus Eiggennutz, aufgrund der „Funktion“, brauchen?
      Das festzustellen ist ein sehr unschönes Gefühl.

  3. Leider viel zu wahre Worte.

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